Categories

Letztes Feedback

Meta





 

Über

Willkommen bei meinem eigenen Singleprojekt!
 
Jetzt sehe ich schon die Fragezeichen vor mir. Singleprojekt? Was ist denn das? Nun, das Singleprojekt ist eine Challenge wahlweise zu Sims 1, 2 oder 3. Man startet mit einem eigenem Sim dem Single und durchlebt mit ihm sein Leben. Jetzt wäre das ja an sich zu einfach. Deswegen ist das ganze immer von verschiedenen Aufgaben geprägt, die man zu erfüllen hat. Schafft man das nicht muss man von vorne anfangen. Ich habe die Aufgaben grob zusammen gefasst. Wollt ihr genauer darüber Bescheid wissen, so verweise ich ihm vollem Umfang auf die Seite der Challenge und das Simsshotsforum:

http://www.simsshots.de/forum/index.php  --> Die Seite

http://www.simsshots.de/forum/index.php?board=75.0  --> speziell das Sims 3 Singleprojekt.

 Für die bessere Übersicht ist es zu empfehlen, um zu einem Thema zu kommen, einfach auf die entsprechende Kategorie zu klicken, dann muss man hier nicht so viel blättern.

 

(Ich weiß momentan nicht, warum die Einträge zu Aufgabe 1 nicht angezeigt werden wenn man auf die Kategorie Aufgabe 1 klickt, falls jemand das Problem kennt bitte melden )

Alter: 25
 


Werbung




Blog

Hallo miteinander!

Mein Name ist Leah Shepherd und ich möchte ich euch meine Geschichte erzählen. Warum ich das tue? Nun, morgen werde ich etwas tun, dass mein ganzes Leben in seinen Grundfesten erschüttern wird und nach dem nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Ich hoffe, dass ein wenig Ordnung entstehen wird, dadurch, dass ich alles aufschreibe. Vielleicht werde ich mir so auch klarer über meine Gedanken.

Was morgen ist? Ich werde 18 Jahre alt werden und abhauen. Ich habe genug von meinen Eltern, deren Lebensstil und wie sie etwas aus mir machen wollen, das ich gar nicht bin.

Aber alles von vorne.

Das hier bin ich. Oder nein – das ist die die so ist wie es ihre Mutter will. Viel zu knappe Kleidung, eine aufwendige Frisur und durchweg schlank. Das ist die Traumtochter meiner Mutter. Und so bin ich momentan noch, aber das wird sich bald ändern. 

 

Meine Mutter gibt alles dafür, dass ich eines Tages Topmodel werde, eine Karriere die sie nie geschafft hat und es jetzt durch mich quasi noch einmal versucht. Dabei möchte ich das gar nicht! Ich bin viel zu schüchtern um strahlend über den Catwalk zu laufen und es bedurfte jahrelanges, hartes Training, damit ich überhaupt einmal von einer Show genommen wurde. Ich fühle mich einfach unwohl so im Rampenlicht unter Fremden zu sein. Außerdem hasse ich das arrogante, oberflächliche Verhalten von meinen Eltern, vor allem von meiner Mutter. Sie sind so stolz auf ihr Geld und halten sich für etwas Besseres. Ich bin hingegen einfach ein freundlicher Mensch, dem es zwar nicht leicht fällt auf andere zuzugehen, aber wenn ich mit jemandem ins Gespräch komme und ihn näher kenne so bin ich aufgeschlossen und nett. Aus Geld mache ich mir auch rein gar nichts. Für mich hat das viele Geld, das mit dem Modeln verbunden ist gar keinen Reiz. Ich bin sehr genügsam und komme auch mit kleineren Summen ausgesprochen gut aus. Und diese Oberflächlichkeit hasse ich sowieso. Früher als mein Vater noch ein berühmter Schauspieler war hat ihn meine Rampenlichtgeile Mutter bestimmt sowieso nur geheiratet, weil sie sich erhofft hatte, dadurch berühmt zu werden. Ich bin hoffnungslos romantisch was das angeht und wünsche mir nichts sehnlicher als eines Tages die große Liebe zu finden, mit der ich glücklich bis ans Ende meiner Tage werden kann. Doch meine hervorstechendste Eigenschaft ist, dass ich sehr künstlerisch begabt bin. Wie viel lieber würde ich malen und musizieren, anstatt auf irgendwelchen Laufstegen hin und her zu laufen! Ich habe mir geschworen, sobald ich ausgezogen bin, werde ich üben und üben, um eines Tages Malerin oder Musikerin werden zu können.

Um das zu tun werde ich allerdings noch diesen einen Modeljob annehmen müssen. Danach werde ich den Laufstegen dieser Welt den Rücken zukehren, meine Haare färben, oder zumindest anders schneiden lassen und Kleidung tragen, die nicht 90% meines Körpers zeigt. Und malen, malen, malen. Meine Mum wollte mich nie einen Malkurs besuchen oder mich ein Instrument erlernen lassen. All das werde ich tun wenn ich ausgezogen, oder, besser gesagt, entflohen bin.

6.2.11 17:38, kommentieren

Werbung


 

 

Auf diesem Bild seht ihr meine Mum. Ich habe  hier versucht sie davon zu überzeugen, dass ein Malkurs mich sicher genauso sehr entspannen lassen würde wie ein weiteres Wellnesswochenende. Aber sie meinte, dass man nicht früh genug anfangen konnte etwas für seine Haut zu tun.

Wieder hatte ich gegen sie verloren.

Wie ihr seht ist sie wirklich extrem mager, diese figur konnte ich mir zumindest durch verstecktes Essen auf meinem Zimmer ersparen, trotz des strengen Diätplans. Mum sieht jedes Gramm Fett zu viel auf den Rippen an mir, deswegen konnte ich es mit dem heimlichem Essens natürlich nicht gerade übertreiben. Außerdem geht Mum regelmäßig ins Solarium und färbt sich die Haare hellblond. Ich finde sie sieht furchtbar aus. Aber das ist das Schönheitsideal dieser Welt. Ich glaube sie würde dafür sterben um noch einmal zehn Jahre jünger auszusehen, als sie es ohnehin schon tut.

7.2.11 18:03, kommentieren


Und das ist Daddy. Ihm sieht man den hübschen Schauspieler auch heute noch an, gut 10 Jahre nach dem Höhepunkt seiner Karriere, auch er tut sehr viel für seine Figur und dafür jung auszusehen. Leider kann ich ihm nichts von meinen Plänen erzählen, denn er liebt meine Mum zu sehr und stimmt ihr deswegen auch in allem zu und würde ihr alles erzählen. Wenn ich ausgezogen bin wünsche ich ihm nur das Beste und dass er sich endlich einmal gegen meine Mum durchsetzt.

Und seinen Traum verwirklicht: anstatt in schlechten Filmen den Helden zu geben endlich Profisportler zu werden – oder zumindest etwas in die Richtung.

7.2.11 18:11, kommentieren

Eigentlich wollten wir meinen Geburtstag am Wochenende auf irgendeiner Charityparty feiern, aber danke, kein Interesse. Bis dahin werde ich längst über alle Berge sein.

Natürlich habe ich weinen müssen, als ich ihn geschrieben habe, es ist ja nicht so, dass ich meine Eltern abgrundtief hasse. Aber ich konnte einfach nicht mehr bei ihnen leben. All die Jahre habe ich meiner Mum gedient. Selbst mein Körper machte so langsam schlapp und ich fühlte mich mehr und mehr ausgebrannt.

Also musste ich einen Abschiedsbrief schreiben. Ein Tag nach meinem 18. Geburtstag ganz früh morgens – ich war noch völlig fertig vom modeln am vorherigen Tag – legte ich ihnen diesen Brief auf den Tisch.

Liebe Mum, lieber Dad,

sucht nicht nach mir. Ich habe gespart und bin in eine kleine, idyllische Stadt gezogen, wo ich mein Leben so leben kann wie ich will. Vielleicht werde ich mich eines Tages bei euch melden, wenn ich meinen Traum von der Kunst verwirklichen konnte. Bis dahin gebt mir die Zeit. Ich habe bis zu diesem Tag eigentlich immer nur das getan, was ihr wolltet – vor allem das, was du wolltest Mum. Ich kann nicht mehr und von wollen kann keine Rede sein; ich wollte nie Model sein. Ich habe jahrelang ein Leben gelebt, dass nicht meines war, sondern deines, Mum. Ich muss jetzt einfach gehen.

Ich wünsche euch noch viel Glück. Dir, Mum, dass du vielleicht wirklich noch berühmt wirst, und dir Dad, dass auch du deine Träume verwirklichen kannst.

Und noch einmal: lasst mich bitte wenigstens für ein, zwei Jahre in Frieden. Das seit ihr mir nach all den Jahren schuldig. Wenn ihr mir diese Zeit gebt, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung und ich werde anfangen können zu verzeihen. Aber jetzt brauche ich die Zeit.  

Liebste Grüße

Leah

Damit verließ ich für immer das Haus meiner Eltern. Ich konnte mich nicht mehr umdrehen, da ich Angst hatten, sonst den Mut zu verlieren. Aber es war alles geregelt. Ich hatte mir das Haus ausgesucht und sogar schon mit dem Besitzer des Bücherladens wegen eines Teilzeitjobs gesprochen.

Sunset Valley erwartete mich.


7.2.11 18:39, kommentieren

Freiheit

Und das ist mein neues Haus. Im Vergleich zu der Villa, in der ich mit meinen Eltern lebte war es die reinste Bruchbude. Aber es hatte etwas, dass es für mich tausendmal schöner machte als die Villa: eine Staffelei. Ich konnte von nun an malen so viel ich wollte und solange ich wollte. Außerdem befand sich das Haus direkt am alten Pier, das heißt, dass ich nur die Straße überqueren musste und schon war ich am Strand!

Natürlich hatte die Sache der Freiheit auch einen Haken: Der Makler mich ein wenig hinters Licht geführt; im Bad befand sich kein Anschluss für eine Dusche oder eine Badewanne, den musste man erst verlegen lassen. Wie ihr an der spärlichen Einrichtung des Hauses allerdings erkennen könnt, fehlte mir noch das Geld für einen Handwerker, der solch einen Anschluss verlegte.

Außerdem waren die Tapeten auch – naja – verbesserungswürdig. Aber was soll’s. Ich war frei und das zählte. Ich lebte nun von meinen Ersparnissen in der Sommerstraße, der schönsten Straße in ganz Sunset Valley.

Nachdem die Möbelpacker und die zwei Männer, die direkt neben an wohnten und mir freundlicherweise mit dem was übrig geblieben war, geholfen hatten, stand ich ein wenig unsicher vor meinem Haus. Was sollte ich als erstes tun? So viel Freiheit hatte ich nach vorgeschriebenen Ernährungs-, Sport-, Lernplänen niemals gehabt.

Erst einmal genoss ich den wirklich genialen Ausblick, den ich von meinem Haus aus hatte. Direkt aufs Meer. Konnte es schöner kommen? Hier, in diesem verlassenen Dörfchen irgendwo in Europa würden mich meine Eltern garantiert niemals finden. Falls ich mich irgendwann von meinem stressigen Leben erholt hatte, würde ich ihnen schreiben, aber das war noch in ferner Zukunft.

Als mir ein sanfter Wind um den Rücken strich, der durch das knappe Top fast vollkommen offenbart war, fiel mir wieder ein, was ich tun wollte. Neue Klamotten und ab zum Friseur!

Okay an das dunkle Rot, das ich mir so schön an mir vorstellen konnte, traute ich mich mit meinen Haaren noch nicht, aber ich band die Haare jetzt viel lockerer mit einem Haarreif und auch mit meiner neuen Kleidung war ich äußerst zufrieden. Manche würden die für langweilig erklären, ich fand sie einfach nur angenehm.

Während ich auf meine Rechnung beim Friseur wartete, fiel mir ein Baby auf, das schrie und schrie. Ob ich selber mal Kinder wollte wusste ich jetzt noch nicht so recht, aber auf alle Fälle sollte es nicht so ein Schreihals werden! Eine rothaarige Frau versuchte vergebens das Kind zu beruhigen.

9.2.11 18:16, kommentieren

Freiheit


„Ziemlich nervig, was?“, hörte ich plötzlich eine Stimme neben mir. Natürlich erschrak ich erst einmal und Röte schoss mir in die Wangen.

Ich war es nicht gewohnt einfach so angequatscht zu werden, doch dann lächelte ich freundlich und hob die Schultern. „Schon irgendwie.“

„Naja, es ist mein Baby“, erwiderte die Frau ungezwungen und zwinkerte mir zu.

„Was?!“ Ich fühlte wie mein Gesicht regelrecht heiß wurde. „Das… das tut mir Leid“, erwiderte ich schnell.

„Was? Dass ich ein Baby habe oder dass es so nervig ist? Kleiner Spaß“, setzte die Frau noch schnell hinzu, bevor ich völlig aus der Bahn geworfen wurde. Ich konnte ihr Alter schlecht einschätzen, durch ihre freizügige Kleidung wirkte sie wohl jünger als sie war, sie musste aber unweigerlich um einiges älter als ich sein. Sie war recht hübsch mit den hellbraunen, langen Haaren und dem schmalen Gesicht.

„Mein Name ist Molly French“, stellte sie sich dann vor. „Leah Shepherd“, erwiderte ich und lächelte. Irgendwie war mir Molly sympathisch. Sie war so aufgeschlossen und locker – genauso wie ich nie sein konnte. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit ihr und erfuhr, dass auch sie noch nicht so lange hier wohnte und bei ihrer besten Freundin, der rothaarigen Frau, die auf den Namen Fiona McIrish hörte, Unterschlupf fand. Ihr eigenes Kind hieß Sandi und der Teenager im Hintergrund war Fionas Tochter, sie hieß River.

Mit River verstand ich mich auf Anhieb gut. Sie liebte die Kunst genauso wie ich und fand es wirklich bewundernswert, dass ich Malerin werden wollte. Naja, als arbeitslos wollte ich mich hier trotzdem nicht registrieren lassen, weshalb ich dann doch, als die Sonne bereits sank, mich von der kunterbunten „Familie“ verabschiedete und ich mich zum Buchladen aufmachte, wo sie jemanden für die Kasse suchten.

Der Buchladen wirkte auf mich hell und freundlich und auch die gewisse Spur alt, die ein Buchladen brauchte, um die heimelige Atmosphäre zu vermitteln, die man zum schmökern brauchte. Ich hatte mich schon um die Stellte beworben, als ich mir mein Haus angesehen hatte (gegenüber meiner Mum war ich in irgendeinem Spa gewesen) und hatte nach der Stellte gefragt. Sie hatten gemeint, dass ich sie haben könne, sobald ich hier her gezogen sei.

Als ich wieder aus dem Buchladen trat fiel mir sofort Jared Frio auf, einer der Nachbarn, die mir beim Umzug geholfen hatten.

„Hey Leah!“, rief er gleich.

Ich hob ein wenig die Schultern und trat schüchtern grinsend auf ihn zu.

„Hallo Jared“, erwiderte ich um einiges leiser.

Jared war ein noch sehr partyfreudiger, aufgedrehter, junger Mann. Er war wirklich freundlich zu mir, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich ihn recht schnell langweilte.

Wenig später stieß auch noch sein Bruder Connor zu uns. Er war um einiges ruhiger, aber auch schwieriger, bei ihm musste man genau aufpassen, was man sagte. Aber aus irgendeinem Grund kam ich besser mit ihm als mit Jared klar. Jared wirkte so impulsiv und unberechenbar und Connor…

Löste ein ganz seltsames Gefühl in mir aus, irgendwie war ich viel befangener wenn seine dunklen Augen mich musterten, aber auch umso glücklicher wenn sich seine Mundwinkel dann doch einmal zu einem Lächeln verzogen.

Die Beiden gaben mir sogar ihre Handynummern. Besonders von Connor freute mich das.

Und ich wusste nicht warum Connor mir auf einmal so gefiel, auf dem Gebiet Männer hatte ich weniger Erfahrung als eine 12-Jährige, denn als Model blieb für so etwas keine Zeit.

 

Als ich an diesem Abend mein Marmeladenbrot aß (Marmelade UND um neun Uhr noch essen waren eine Todsünde in den Augen meiner Mutter, vielleicht genoss ich es deswegen so sehr), wurde mir klar, was für ein Glück ich mit Sunset Valley hatte. Molly und die Frio Brüder hatten mir alle sofort ihre Handynummern gegeben, falls ich mit irgendetwas Probleme bekam. Das war weit entfernt vom oberflächlichen Showbiz! Außerdem erkannte hier niemand ein blondes, mäßig berühmtes Exmodel. Ich konnte hier wirklich ein ganz normales Leben anfangen ganz wie ich es wollte.

1 Kommentar 9.2.11 19:42, kommentieren

Freiheit

Am nächsten Morgen frühstückte ich schnell ein Müsli, da ich mich mit Kochen absolut nicht anfreunden konnte. Nachher brannte noch der Herd an oder sowas. Dann machte ich mich noch im Schlafanzug daran meine neue Staffelei auszuprobieren. Ich glaube ich war schon lange nicht mehr so glücklich und entspannt gewesen.

Als ich mein noch recht mäßiges Kunstwerk betrachtete, stand die Sonne schon über ihrem Zenit und mir fiel ein, dass ich bald in den Bücherladen musste. Allerdings fiel mir auch mein recht unangenehmer Körpergeruch auf.

Was nun? Verdammt, zum ersten Mal fiel mir auf, wie nachlässig ich sein konnte, wenn ich mich vor niemandem zu verantworten hatte!

 

Schnell schlüpfte ich in meine Klamotten und machte mich auf zum Schwimmbad. Sunset Valley schien recht wohlhabend zu sein, denn der Eintritt war kostenlos.  Ich hoffte nur, dass mich niemand sehen würde. Dann verschwand ich in den Sanitäranlagen, um zu duschen. Ich weiß, das ist wirklich armselig, aber mir fehlt im Moment wirklich noch das Geld für eine Dusche.

Danach ging ich schnell in den Bücherladen. Ich war natürlich viel zu spät dran.


Die nächsten Tage verliefen alle recht ähnlich. Ich stand auf, malte, ging ins Schwimmbad um zu duschen und dann in den Bücherladen, danach telefonierte ich noch ab und zu, sofern ich nicht zu müde war, mit Molly oder Connor und ging dann ins Bett. An meine Eltern dachte ich wenig bis gar nicht. Molly und Connor gegenüber erwähnte ich sie nie.

Eigentlich war ich ziemlich glücklich, auch wenn das ständige an der Kasse stehen im Buchladen ziemlich nervte.

„Lass dich doch als selbstständige Malerin registrieren“, schlug Connor mir eines Abends vor, als ich mich schon wieder über den Nerv tötenden Job an der Kasse beschwerte, der wirklich langweilig war.

„Das geht hier?“, fragte ich ziemlich verwundert.

„Na klar“, antwortete Connor und schien zumindest den Hauch eines Lachens auf den Lippen zu haben, sofern ich das über das Handy einschätzen konnte. Das kam nicht häufig vor. „Sunset Valley ist so reich, dass man weder für das Fitnessstudio, noch für das Schwimmbad zahlen muss, also tun sie nichts lieber als Künstler fördern.“

„Wow, dafür hast du echt was gut bei mir, Connor“, meinte ich. Und obwohl es mir sonst recht schwer fiel aufzulegen, wenn ich am anderen Ende Connors beruhigende Stimme zu hören bekam, fiel es mir heute leichter.

Nachdem ich nämlich erfahren hatte, dass ich nur zum Rathaus gehen brauchte und mich als Malerin registrieren zu lassen legte ich schnell auf, nicht ohne Connor noch das Versprechen zu geben, einmal bei ihnen vorbei zu kommen. In diesem glücklichen Moment fiel mir auch gar nicht ein, dass schüchterne Sims wie ich so etwas nicht ganz so leicht fiel. In diesem Moment wollte ich nur noch schnell aufs Fahrrad.



Das Rathaus hatte glücklicherweise noch offen und sie registrierten mich recht gern, meinten aber, dass ich meinen Job im Buchladen aufgeben musste dafür.  Ich kaute auf meiner Unterlippe herum, weil ich nicht wusste, wie ich das dem Ladenbesitzer klar machen sollte. Mir fiel es sehr schwer Sims zu enttäuschen.

Doch letztendlich tat ich es. Der Buchhändler fand es zwar schade, ließ mich aber ziehen. Manchmal überlegte ich mir wirklich, ob es die Schuld meiner Mum war, dass ich so schüchtern und hilflos war, wie ich war.

Ich hoffte nur, dass ich gerade keinen Fehler beging. Was wenn niemand meine Gemälde gefielen, wenn ich mir nicht einmal mehr Esse leisten konnte? Aber ich musste es einfach versuchen!
 

So war ich jetzt also eine echte Malerin und mein Traum ging somit in Erfüllung. Den ganzen Tag malen! Ich schwebte wirklich im 7. Himmel und war überglücklich. Auch meine Kunstwerke, die ich über die Stadt verkaufen konnte, wurden besser und besser.

Nach ein paar Tagen fiel mir auch wieder ein, wem ich das alles zu verdanken hatte und machte mich eines Abends auf zu Connor, da ich wusste, dass er tagsüber bei der Zeitung arbeitete. Gott sei Dank nicht bei der Klatschpresse, sonst hätte er sicher so ein unbekanntes Model wie mich sofort erkannt, sondern als Rechtschreibprüfer. Das passte auch viel besser zu ihm!

Connor schien sich tatsächlich ein wenig zu freuen, dass ich vorbei kam, auch wenn das bei ihm schwer zu sagen war. Er lud mich freundlich in sein Haus ein und fragte, ob ich auch etwas Herbstsalat wolle. Er war gerade dabei welchen zu machen.

Und ob ich wollte! Ich ernährte mich ja nur von Fertigwaren derzeit, da ich absolut keine Motivation hatte zu kochen. In seiner Nähe bekam ich ständig dieses Gefühl ihm gefallen zu müssen und – ich glaube es zumindest – sogar Herzklopfen. Aber das war doch alles Unsinn! Er war mit Claire zusammen! Gleich bei unserem ersten Telefonat hatte er mir das erzählt. Dennoch konnte ich meinen verklärt romantischen Verstand nicht davon abhalten sich ständig auszumalen was wäre wenn…

Das Haus, das er mit seinem Bruder bewohnte war der Hammer. Richtig groß mit Terrasse und so modern eingerichtet, man glaubt es kaum. Trotzdem sah man der Wohnung noch ihre männlichen Bewohner an. Ich fühlte mich hier richtig wohl. Aber ich glaube ich würde mich überrall wohlfühlen, wo Connor ist. 

Wir unterhielten uns den Abend recht nett, auch wenn auch das bei ihm schwer zu sagen war. Während Molly und ich mittlerweile recht gute Freundinnen waren, zog sich Connor dann und wann gerne wieder zurück. Trotzdem faszinierte er mich mehr als genug.

 

Eines Abends fragte mich Molly ob ich direkt nachdem sie fertig war mit arbeiten, rüber ins Schwimmbad kommen wolle, der Abend sei so lau und deswegen perfekt fürs Nachtbaden. Da ich mich tatsächlich gerade in die Richtung aufmachen wollte, um wieder zu duschen stimmte ich zu.

Natürlich wussten weder Molly noch Connor, dass ich dort duschte, denn bisher hatte ich es vermieden sie zu mir nach Hause einzuladen. Irgendwie schämte ich mich dann doch ein bisschen.

Ich war gerade fertig mit duschen, als ich Molly sah. Sofort kam sie zu mir her und umarmte mich.

„Schön dich zu sehen Leah!“, meinte sie, „mein Job stresst mich gerade wieder total!“

Ich strich ihr tröstend über den Rücken. Molly arbeitete in der Küche des französischen Restaurants hier und das war wirklich stressiger, als in Ruhe malen zu können.

 

Dennoch amüsierten wir uns mal wieder prächtig. Mollys Idee hier her zu kommen war ziemlich gut gewesen; halb Sunset Valley hielt sich hier heute Abend auf! Molly war immer darauf aus Spaß zu haben und überredete mich sogar dazu mich zu einer Gruppe Menschen zu setzen, die ich nicht einmal kannte! Es war wirklich ein lustiger Abend und wir gingen sehr spät nach Hause.

Ich ließ mich sogar von Molly überreden sie mit zu mir zu nehmen.

„Ich will dein Haus nur einmal kurz sehen!“, betonte sie immer wieder.

Also nahm ich sie ergeben mit.

„Es muss noch vieles gemacht werden, sobald ich genügend Bilder verkauft habe, werde ich das auch tun“, sagte ich entschuldigend, als ich die Haustür aufschloss.

Doch für Molly schien es kein schöneres Haus zu geben. Selbst als ich meinte, dass ich jetzt wirklich todmüde war, schickte sie mich in mein Zimmer und blieb noch eine Weile auf meiner Couch sitzen. Was konnte einem nur an diesem Haus so sehr gefallen?

Umso müder war ich, als es am nächsten Morgen Sturm an meiner Haustür klingelte. Mir kam es so vor, als sei es mitten in der Nacht, aber leider war die Sonne schon aufgegangen. Als ich es endlich zur Tür geschafft hatte, fand ich eine völlig aufgelöste Molly vor.

„Leah!“, schluchzte sie und fiel mir in die Arme.

Ich war noch völlig perplex. „Was ist denn los?“, fragte ich noch reichlich müde.

„Sie… sie nimmt mir mein Kind weg!“  

„Was?!“

Auf einmal war ich hellwach und lotste Molly durch meine Küche auf mein Sofa. Mehr Sitzgelegenheiten hatte ich momentan leider noch nicht.

„Fiona will Sandi adoptieren, weil ich einfach nicht mehr mit ihr klar komme“, meinte Molly nachdem sie sich etwas beruhigt hatte.

„Im Ernst jetzt?“

Ich konnte mir das überhaupt nicht vorstellen. So hinterhältig hatte Fiona gar nicht gewirkt!

„Ja! Und ich halte es einfach nicht mehr aus bei ihr zu wohnen, denn sie wird das Kind bekommen, das weiß ich. Sie kennt sich einfach viel zu gut mit Jura und so aus und ja – sie wäre auch die bessere Mutter! Sie hat einen guten Job, während ich dabei bin meinen zu verlieren!“

Fiona schluchzte wieder.

„Ich bin doch gar nicht für eine Mutter gemacht. Ich gehe lieber aus, flirte und bin viel zu unordentlich für eine Mutter. Selbst mit meinen 36 Jahren bin ich noch nicht erwachsen!“

Ich strich ihr weiterhin beruhigend über den Rücken. Molly war wirklich noch recht jugendlich für ihr Alter, vielleicht kamen wir deswegen so gut miteinander aus.

„Aber ein Kind braucht doch seine Mutter…“, setzte ich an, auch wenn ich davon natürlich keine Ahnung hatte. Ich hätte meine Mutter nie gebraucht.

„Ich weiß nicht… ich glaube Sandi mochte Fiona sowieso mehr… Man, ich will nur noch raus aus diesem Haus!“

„Das glaube ich…“, meinte ich. „Willst du für eine Weile bei mir wohnen?“

Fiona hörte auf mit Schluchzen und sah auf.

„Das dürfte ich?“, fragte sie und sah mich überrascht an.  Ich nickte, stand auf und bedeutete ihr mir ins Schlafzimmer zu folgen.

„Na klar… zwar müsste immer einer auf der Couch schlafen, da wie du siehst, mein Bett wirklich schmal ist, und eine Dusche habe ich auch noch nicht, aber da-„

Molly umarmte mich schon so fest, dass ich keine Luft mehr bekam, bevor ich überhaupt zu Ende gesprochen hatte.

9.2.11 20:14, kommentieren