Categories

Letztes Feedback

Meta





 

Freiheit

Und das ist mein neues Haus. Im Vergleich zu der Villa, in der ich mit meinen Eltern lebte war es die reinste Bruchbude. Aber es hatte etwas, dass es für mich tausendmal schöner machte als die Villa: eine Staffelei. Ich konnte von nun an malen so viel ich wollte und solange ich wollte. Außerdem befand sich das Haus direkt am alten Pier, das heißt, dass ich nur die Straße überqueren musste und schon war ich am Strand!

Natürlich hatte die Sache der Freiheit auch einen Haken: Der Makler mich ein wenig hinters Licht geführt; im Bad befand sich kein Anschluss für eine Dusche oder eine Badewanne, den musste man erst verlegen lassen. Wie ihr an der spärlichen Einrichtung des Hauses allerdings erkennen könnt, fehlte mir noch das Geld für einen Handwerker, der solch einen Anschluss verlegte.

Außerdem waren die Tapeten auch – naja – verbesserungswürdig. Aber was soll’s. Ich war frei und das zählte. Ich lebte nun von meinen Ersparnissen in der Sommerstraße, der schönsten Straße in ganz Sunset Valley.

Nachdem die Möbelpacker und die zwei Männer, die direkt neben an wohnten und mir freundlicherweise mit dem was übrig geblieben war, geholfen hatten, stand ich ein wenig unsicher vor meinem Haus. Was sollte ich als erstes tun? So viel Freiheit hatte ich nach vorgeschriebenen Ernährungs-, Sport-, Lernplänen niemals gehabt.

Erst einmal genoss ich den wirklich genialen Ausblick, den ich von meinem Haus aus hatte. Direkt aufs Meer. Konnte es schöner kommen? Hier, in diesem verlassenen Dörfchen irgendwo in Europa würden mich meine Eltern garantiert niemals finden. Falls ich mich irgendwann von meinem stressigen Leben erholt hatte, würde ich ihnen schreiben, aber das war noch in ferner Zukunft.

Als mir ein sanfter Wind um den Rücken strich, der durch das knappe Top fast vollkommen offenbart war, fiel mir wieder ein, was ich tun wollte. Neue Klamotten und ab zum Friseur!

Okay an das dunkle Rot, das ich mir so schön an mir vorstellen konnte, traute ich mich mit meinen Haaren noch nicht, aber ich band die Haare jetzt viel lockerer mit einem Haarreif und auch mit meiner neuen Kleidung war ich äußerst zufrieden. Manche würden die für langweilig erklären, ich fand sie einfach nur angenehm.

Während ich auf meine Rechnung beim Friseur wartete, fiel mir ein Baby auf, das schrie und schrie. Ob ich selber mal Kinder wollte wusste ich jetzt noch nicht so recht, aber auf alle Fälle sollte es nicht so ein Schreihals werden! Eine rothaarige Frau versuchte vergebens das Kind zu beruhigen.

9.2.11 18:16

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen